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WELTCUPSIEG! :D

Gestern konnte ich meinen ersten U23-Weltucpsieg feiern! In Nove Mesto Na Morave in Tschechien gewann ich auf einem technisch anspruchsvollen Kurs 1:01 min vor der Ukrainerin Yana Belmoyna und der Polin Paula Goryka.

Die Bedingungen waren ideal: es war kühl, hatte den ganzen Morgen geregnet, nieselte noch, vor uns lag eine tückische Strecke und ich stand in der ersten Startreihe – besser konnte es gar nicht mehr kommen! :D Der Startschuss fiel um 11:15 und ich preschte los. Die Deutsche Mona Eiberweiser setzte sich gleich an die Spitze und ich folgte ihr. Die Startrunde bestand aus zwei kleinen Aufstiegen und einer Abfahrt; ich nutzte den zweiten der Beiden für ein Überholmanöver und hatte sogleich eine Lücke gerissen. Die Abfahrt lag vor mir, und weg war ich! Bei der ersten Zieldurchfahrt nach einer Fahrzeit von 9:40 min hatte ich bereits einen Vorsprung von 27 Sekunden. Vor mir lagen noch vier grosse Runden. Ich fuhr was ging, und es ging! Auf der ersten grossen Runde konnte ich erneut 29 Sekunden gut machen. Ich liebe diese Strecke einfach! Ich war schon mit guten Gefühlen angereist, denn letztes Jahr konnte ich hier den Eliminator und den Junioren-Weltcup innerhalb von 24 Stunden gewinnen! Nun befand ich mich also in der zweiten Runde, und noch immer fuhr ich die schnellste Rundenzeit. Mein Vorsprung hatte sich nun bei gut einer Minute eingependelt, und meine Rundenzeiten blieben konstant. In der dritten Runde war zwar die Ukrainerin 1 Sekunde schneller als ich, doch mir blieben immer noch mindestens 59 Sekunden Vorsprung ;-). Schon bog ich in die letzte Runde ein, ich gab nochmals alles, hoch die steilen Anstiege, hinunter über die vielen Wurzelpassagen, Steinhügel und Sprünge, ich flog der Ziellinie entgegen, und hier war er, mein Weltcupsieg!!! Der zweite in Nove Mesto, der sechste überhaupt, und der erste in der Kategorie U23! :D Und das Geniale daran ist ja, dass ich noch vier Jahre vor mir habe...! :D Noch viel mehr freute mich aber, dass ich zurück war, endlich zurück zuoberst, nach etwa 9 Monaten langwieriger Krankheit und Ungewissheit war dies einfach eine riesige Erleichterung und unglaublich erfreuliche Bestätigung, dass ich immer noch gewinnen konnte! :D

Herzlichen Dank an das Wheeler iXS Team für die Betreuung, namentlich an Erich, Fabienne, Patric und Laurent. Ein riesiges Dankeschön geht an meine Eltern für die ungeheuer wertvolle Unterstützung während den letzten zähen Monaten, ohne die ich nicht hier wäre. Und ganz vielen Dank an alle, die mir die Daumen gedrückt und zugerufen haben! :-)

 

Solide Leistung in Solothurn

Beim BMC Racing Cup in Solothurn stand ein Weltklasse Feld am Start: Die letztjährige Gesamtweltcupsiegerin und Weltranglisten-Erste Julie Bresset aus Frankreich, die Olympiasiegerin Sabine Spitz aus Deutschland, die Ex-Weltmeisterin Irina Kalentieva aus Russland, sämtliche Schweizer Top-Fahrerinnen wie Esther Süss, Nathalie Schneitter, Kathrin Leumann und Marielle Saner-Guinchard, zusätzlich die U23 Weltcupsiegerin von Südafrika Ekateryna Anoshina aus Russland und auch die Bronze-Medaillen-Gewinnerin der letztjährigen WM Eva Lechner aus Italien war dabei. Und mittendrin ich! Wirklich mittendrin, mit meiner Startnummer 24 im Feld von rund 50 Fahrerinnen. Da der Start auf einem extrem schmalen Wiesenabschnitt stattfand, befand ich mich etwa in der 6. Reihe.

Der Startschuss fiel – und ich flog! Schon nach der ersten Kurve hatte ich etwa 10 Fahrerinnen überholt, vor der Rampe nochmals 10 und als wir kurz darauf in den Wald einbogen und sich die Fahrerin vor mir verschaltete, war ich sogar zu vorderst! :-) Im folgenden Aufstieg blieb ich in der Spitzengruppe und als wir zurück auf das Flachstück kamen, schlossen nochmals einige Fahrerinnen zu uns auf, so dass wir etwa zu zwölft das Ziel passierten. Auch in den nächsten drei Runden konnte ich mich im Aufstieg gut halten, und auf der Fläche schlossen wieder mehr Fahrerinnen zu uns auf. In der fünften Runde aber setzte die Neuseeländerin Karen Hanlen Akzente. Sie setzte sich im Zielbereich von der Gruppe ab, und Esther Süss, die sich zu diesem Zeitpunkt an zweiter Stelle befand, fuhr ihr nach. Sabine Spitz an dritter Stelle versuchte aber nicht einmal, ihr zu folgen. Da ich hinter Julie Bresset und Irina Kalentieva an sechster Stelle fuhr, war der Zug schon fast ausser Sichtweite, als wir zurück auf den Asphalt kamen. So fuhren wir eben zu viert weiter.

Im nächsten Waldabschnitt konnte ich in der Abfahrt glücklicherweise Sabine Spitz überholen und so Julie und Irina folgen; schon waren wir nur noch zu dritt. Nun ging es auf die letzte Runde. Wir wechselten uns mit der Führung ab und näherten uns dem Waldstück. Im Aufstieg konnte ich den beiden nicht mehr ganz folgen und war so auf dem letzten, langen Flachstück vor dem Ziel auf mich alleine gestellt. Von hinten näherten sich die beiden Schweizerinnen Nathalie Schneitter und Marielle Saner-Guinchard, die sich natürlich mit der Führungsarbeit abwechseln konnten. Ich gab nochmals alles und war überglücklich, als ich die Ziellinie vor mir sah: ich überquerte sie als 5. Elite-Fahrerin!!! :D Das bedeutet ich war zweitbeste Schweizerin!! Und beste U23-Fahrerin! :D Wunderbar!

Für mich war es ein mega spannendes Rennen gewesen inmitten all dieser Weltklasse-Athletinnen, vor allem da ich bis fast zum Schluss ganz vorne mithalten konnte und ich freue mich jetzt schon auf die nächste Herausforderung! :-)

Herzlichen Dank an meine Eltern für die wertvolle Unterstützung während dem ganzen Wochenende, an Daniel Wyder von Intercycle für die Fotos und an alle, die zur genialen Stimmung in Solothurn beigetragen haben und mich am Streckenrand unterstützt haben! :-)

Das Podest: Julie Bresset FRA, Karen Hanlen NZL, Esther Süss SUI, Irina Kalentieva RUS, Jolanda Neff SUI

 

Spezielles Short Race

Am Freitagabend fand im Rahmen der Bike-Days in Solothurn das „VW Multivan Short Race“ statt. Da ich schon lange kein Sprint mehr gefahren war und es eine spannende Sache zu werden versprach, nahm ich teil. Der Rundkurs war allerdings ziemlich eintönig und das einzige Hindernis war eine steile Rampe, die wir drei Mal erklimmen mussten.

Im Vorlauf startete ich so schnell wie möglich und fuhr so die erste Hälfte an der Spitze. Kurz vor der Rampe überholte mich dann aber die Französin Cecile Ravanel und Nathalie Schneitter folgte ihr. Ich kämpfte mich auf dem dritten Rang ins Ziel, was glücklicherweise für die Qulifikation für den grossen Finale reichte, da ich die schnellere Zeit gefahren war als die Drittplatzierte des anderen Vorlaufes, Julie Bresset. Somit trat ich eine halbe Stunde später erneut an. Was ich sehr unpassend fand, war, dass nun plötzlich nicht mehr alle Fahrerinnen auf einer Linie starten durften. Ich musste hinten einstehen und hatte so keine Möglichkeit, schnell zu starten. Nathalie Schneitter stand neben mir und musste ebenfalls aus der zweiten Reihe starten – nur stand direkt vor ihr ihre Teamkollegin Eva Lechner, die natürlich sofort Platz für sie machte. Ich versuchte mein Bestes und setzte in der ersten Kurve zu einem Überholmanöver an, wurde aber von den anderen ausgebremst. In der zweiten Runde versuchte ich es bei der Kurve wieder, doch erneut blockierte mich Eva Lechner und erneut musste ich einen Fuss aus dem Pedal nehmen. Die Spitze fuhr eine immer grössere Lücke heraus! Ich mobilisierte nochmals alle Energien, überholte in der letzten Umrundung Cecile Ravanel, Kathrin Leumann und auch Eva Lechner. Ich sprintete auf dem zweiten Rang ins Ziel, denn die Siegerin Nathalie Schneitter hatte bereits eine grosse Lücke. Gratulation an alle! Ein spezieller Event, vor allem die Preisverleihung, die überraschenderweise in Campingstühlen stattfand! ;-)

 

 

Heimsieg in Thal

Ein Rennen in der Region ist immer eine tolle Sache, und wenn es dann genau noch in meinem Wohnort Thal stattfindet, ist dies umso schöner! Heute war es wieder so weit, und die Rheintaler Bikewelt traf sich bei strahlendem Sonnenschein zum Thaler Volks Bikerennen.
Da die neuseeländische Olympia-Kandidatin Karen Hanlen momentan bei uns lebt, nahm sie auch teil, weshalb ein hartes Rennen auf hohem Niveau garantiert war. Gleich zu Beginn zog Karen dann auch dem ganzen Feld davon, und ich vermochte erst im Verlaufe des ersten Aufstiegs zu ihr aufzuschliessen. Sogleich konnte ich aber eine kleine Lücke reissen und von da an fuhr ich alleine an der Spitze, allerdings immer mit Karen auf den Fersen. Auf der dritten und letzten Runde kam sie mir gefährlich nahe, doch glücklicherweise reichte mein Vorsprung bis ins Ziel und so konnte ich meinen ersten Sieg in diesem Jahr feiern! :-)
Auch wenn dies ein Wettkampf ohne jegliche UCI-Punkte war, machte es mir riesig Spass, vor dem Heimpublikum ein Rennen zu bestreiten. Danke an alle, die mich angefeuert haben und herzlichen Dank an alle Helfer des RV Altenrheins für die Organisation dieses tollen Anlasses!

 

 

Defektpech in Tesserete

Nachdem ich die letzten Tage trainingshalber mit dem RV Altenrhein im wunderschönen Südtirol verbracht hatte, reisten wir am Samstag ins Tessin. Für mich war der BMC Racing Cup in Tesserete das erste Rennen in der Schweiz in diesem Jahr und gleichzeitig das allererste Mal, dass ich offiziell in der Elite-Kategorie starten durfte. Auch wenn ich noch etwas erschöpft von der Trainingswoche war, freute ich mich sehr auf das Rennen.

Unser Start war auf Punkt 12 Uhr angesetzt und da es in der letzten Nacht heftig geregnet und gehagelt hatte (kaum zu überhören im Wohnwagen… ) mussten wir nur 1 Startrunde + 4 Runden fahren. Mit der Startnummer 10 konnte ich aus der zweiten Reihe starten, und los gings! Sogleich konnte ich links vorbei an der Fahrerin vor mir ziehen, und schon fand ich mich an der Spitze wieder! Ich reihte mich hinter der Neuseeländerin Karen Hanlen ein und passierte das Ziel in der Startrunde an zweiter Stelle. In der ersten grossen Runde übernahm meine Teamkollegin Esther Süss die Führung und ich folgte ihr an zweiter Stelle. Die Strecke war sehr schlammig und rutschig, weshalb es zu vielen Stopp-Manövern kam, vor allem wenn man noch eine Fahrerin vor sich hat. Ich fühlte mich aber gut und konnte Esther ohne Probleme folgen. Schon kamen wir in die Abfahrt und ehe ich mich versah schlitze ich mir bei einer Wurzel den hinteren Schlauch auf. Eigentlich wären wir gleich in die nächste Tech-Zone gekommen – doch im Eifer des Gefechts hatte ich nicht bemerkt, dass sich dieses Zone nun etwa 50 m weiter vorne befand als in den Jahren zuvor. Bevor ich wusste wie mir geschah, war ich daran vorbei geschossen, und umdrehen war nicht erlaubt, auch wenn es sich nur um einen Meter handelte. Die Frustration war gross, denn nun musste ich bis zur nächsten Tech-Zone rennen und verlor mindestens drei Minuten – und die Spitzengruppe war natürlich über alle Berge! Nichts desto trotz nahm ich mein Rennen, nun auf der Position 9, wieder auf. In der nächsten Runde passierte mir noch ein Missgeschick und ich schlug bei einem Absatz hart auf meinen Sattel auf, so dass dieser plötzlich senkrecht in den Himmel schaute. Erneut musste ich absteigen und hämmerte auf ihn nieder, so dass er wieder etwas waagrechter in der Weltgeschichte stand, was mich wieder wertvolle Sekunden kostete. In der vierten und letzten Runde konnte ich endlich einmal eine Runde ohne mechanische Probleme fahren – ich fuhr die schnellste Rundenzeit von allen. :-) Ausserdem konnte ich noch drei Fahrerinnen überholen und klassierte mich zu guter Letzt auf dem sechsten Rang, als zweitbeste Fahrerin in der U23-Wertung.

Was mich vor allem zuversichtlich stimmt, ist dass dies seit... seit... nun seit letztem August die erste Woche war, in der ich ohne Medikamente normal trainieren konnte und nun das erste Rennen, welches ohne gesundheitliche (dafür kommen nun die mechanischen... ;-)) Probleme verlief! :-)

Herzlichen Dank an meinen Vater für den raschen Reifenwechsel, an meine Mutter und Schwester für die souveräne Verpflegung sowie an alle, die mich am Streckenrand angefeuert haben. Es ist immer schön, ein Rennen in der Schweiz zu fahren und bekannte Gesichter am Streckenrand zu sehen!

 

4. Rang beim Weltcup in Belgien! :D

Endlich zurück! Nach monatelangen Komplikationen mit meiner Gesundheit konnte ich dieses Wochenende endlich in die neue Saison starten! Es war mein erstes Rennen in Europa dieses Jahr und gleichzeitig auch die Einweihungsfahrt für mein neues Wheeler Eagle Limited Bike.  

Unser Start war um 11.30 Uhr angesetzt und erfreulicherweise befanden wir uns im Norden in Belgien, weshalb die Temperaturen unter 10°C lagen. Für mich war es etwas ungewohnt mit der Startnummer 32 aus der dritten Startreihe zu starten, doch nach dem ersten extrem steilen Startanstieg war ich vorne mit dabei und konnte vor der ersten Abfahrt die Führung übernehmen. Die Strecke in Houffalize war so angelegt, dass ein kurzer heftiger Anstieg die nächste technisch anspruchsvolle Abfahrt jagte - "vor der ersten Abfahrt" bedeutet also noch lange nicht vor der ersten Zieldurchfahrt... ;-) Dennoch konnte ich die Führung halten und auch in der ersten grossen Runde durchziehen. Vor allem in den Abfahrten hatte ich so meinen Spass :-). In der dritten und letzten Runde meldete sich erwartungsgemäss meine Gesundheit, denn während den letzten beiden Wochen und auch heute musste ich erneut Antibiotika nehmen, um meinen Darm-Parasiten endgültig loszuwerden. Ich wusste, dass mein Körper geschwächt war, und war einfach so lange wie möglich schnell gefahren. Nun musste ich das Tempo etwas zurückschrauben und drei Fahrerinnen überholten mich noch in der letzten Runde, doch mit meinem vierten Rang war ich überglücklich und mehr als zufrieden!

Herzlichen Dank an mein Team Wheeler iXS für die tatkräftige Unterstützung in Houffalize. Ein riesiges Dankeschön geht auch an meinen Vater, der während der letzten Woche etliche Nachtschichten eingelegt hatte, um mein Bike in Topform zu bringen. Danke auch an alle, die mich in den letzten Monaten, die für mich nicht immer einfach waren, nicht vergessen hatten und mich unterstützt haben. Und - last but not least - danke an alle, die mich während dem Rennen angefeuert haben! :-)

 
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