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EM Haifa: Ziel erreicht, da Ziel erreicht! =)
Als ich am Sonntagmorgen vor dem Flughafen in Zürich stand, wusste ich nicht, ob ich jetzt wirklich da hinein laufen sollte. Auch meine Mutter wusste nicht weiter. Nach dem Rennen in Flims habe ich ehrlich gesagt nicht mehr an eine Teilnahme geglaubt. Vor allem nicht an eine Teilnahme in Israel! Zu guter Letzt überwog aber die Neugier und ich machte mich auf den Weg zu Check-In 1, zum Flugzeug, nach Tel Aviv, nach Haifa, an die Europameisterschaft!
Der Flug verlief ohne Turbulenzen und auch unser Gepäck erreichte Tel Aviv. In der brütenden Hitze suchten wir unseren Car (zum Glück mit Klimaanlage!), der uns nach 1,5h warten und 1h Fahrt sicher nach Haifa brachte. Haifa liegt an der Küste, etwa 90km nördlich von Tel Aviv. Unsere Unterkunft, eine "Jugendherberge", war direkt an der Strecke perfekt gelegen, hatte ebenfalls eine Klimaanlage und war für israelische Verhältnisse mindestens ein 4-Stern-Hotel. Gleich nach dem Nachtessen ging ich ins Bett und schlief tief und fest bis zum nächsten Morgen.
Am Montag besichtigten wir erstmals die Strecke. Sie bestand zu etwa 70% aus Singletrails auf staubigem, sandigem Untergrund. Es gab viele Dornen neben der Strecke und viele Steine auf der Stecke, was für etliche anspruchsvolle Passagen sorgte. Zwischendrin kamen immer wieder Aufstiege, keiner unendlich lang, aber doch kräftezehrend in dieser Hitze. Die Runden waren mit 6,9km ausserordentlich lang und daher mussten wir nur drei absolvieren plus eine Startrunde.
Bis zu meinem Rennen am Mittwoch ruhte ich mich aus, so oft es ging, und trank regelmässig. Die Kopfschmerzen verschwanden nach und nach und ich fühlte mich jeden Tag ein bisschen besser. Dennoch war ich jedesmal nach einer Trainingseinheit ziemlich k.o. und befand mich nicht in meinem idealen Leistungszustand. Mein Ziel für das Rennen war, mich nicht zu überanstrengen und ins Ziel zu kommen.
Bereits um sechs Uhr morgens standen wir am Mittwoch, dem 7.7., auf, um unsere Brote oder Spaghetti zu essen. Unser Start war nämlich auf 9 Uhr angesagt, was ich als Vorteil wertete, denn dann ist die Hitze noch nicht ganz so unerträglich. Drei Stunden später stand ich zusammen mit 17 anderen Fahrerinnen aus 13 Nationen hinter der Startlinie. Von jedem Land waren eine oder zwei Fahrerinnen anwesend; nur wir Schweizerinnen waren zu dritt. Linda durfte zuvorderst starten, Vania musste zuhinterst einstehen und ich als drittletzte. Bei einem Feld von dieser Grösse spielt das aber fast keine Rolle.
Der Startschuss fiel und wir preschten los. Nach der Startrunde begann der Singletrail und ich erwischte eine optimale Ausgangslage, nämlich den Platz hinter Linda, etwa an fünfter Stelle. An der Spitze hatte sich bereits eine Ukrainerin abgesetzt, die wir aber bald wieder einholten. Bis zur ersten Abfahrt hatten sich die beiden Deutschen Helen Grobert und Johanna Techt nach vorne gearbeitet. Dort aber stürzte Johanna, Linda konnte auf der linken Seite passieren und kurz darauf konnte ich ihr folgen. Ich befand mich also an zweiter Stelle etwa 10m hinter Linda!

Foto: Eyal Dolin
Nach der Abfahrt folgte ein Teil mit Schlangenlinien, wo man sich ständig wieder sieht. Da ich mich ja nicht überanstrengen wollte, beschloss ich schweren Herzens, Linda nicht zu folgen. Stattdessen holten mich die Deutschen und Vania wieder ein und ich versuchte, das Tempo hier eher tief zu halten, damit Linda freie Bahn hatte. Leider durchschauten die anderen das und überholten mich. Bis zur ersten Zieldurchfahrt hatten auch diese drei mich ein wenig abgehängt und ich ermahnte mich, dieses Tempo schön weiter zu fahren und mich in dieser Hitze nicht zu verausgaben.
In der zweiten Runde veränderten sich diese Positionen nicht. Ende der zweiten Runde sprang ich bei einem Drop über einen Stein ein wenig komisch hinunter und prompt wurde mein Pneu bei der Landung weg gedrückt. Etwa die Hälfte der Luft zischte raus und mein Reifen war fast platt. Ich rettete mich bis zur nächsten Food/Tech-Zone, doch dort war nun nur noch eine Food-Zone und ich musste weiterfahren (während dem Junioren-Rennen wandelten die Kommissäre es dann doch wieder in einen Tech-Zone um!!!). Jedenfalls erreichte ich mit Müh und Not die nächste Tech-Zone, die direkt vor dem Ziel lag. Zwei Italienerinnen und eine Tschechin kamen immer näher. Der Mechaniker Erwin wechselte mir im Eiltempo das Hinterrad aus, die erste Italienerin überholte mich, ich sprang auf, die zweite Italienerin überholte mich, ich raste hinterher.

Foto:
Eyal Dolin
Kurz nach der Zieldurchfahrt holte ich sie ein und konnte die hintere der beiden passieren. Die vordere zeigte sich aber hartnäckig und ich hatte einen harten Kampf mit ihr um den fünften Rang. Schliesslich konnte ich sie ein wenig distanzieren, doch nun begann ich die Hitze zu spüren und auch die Anstrengung machte sich bemerkbar. Mit letzter Kraft fuhr ich über die Ziellinie und sicherte ich mir den fünften Rang. Linda Indergand gewann das Rennen souverän und ist nun Europameisterin! Die andere Schweizerin Vania Schumacher fuhr auf den hervorragenden vierten Rang. Herzliche Gratulation!
Mit diesem Resultat bin ich voll zufrieden. Ich denke, den Umständen entsprechend ist es das absolute Maximum und ich bin vor allem froh, dass ich das Rennen beenden konnte. Das war schliesslich mein Vorsatz! Ich habe also das Ziel erreicht! :D :D :D
Ein herzliches Dankeschön geht an Beat Stirnemann für die aufwendige und herzliche Betreuung sowie an Thomas Peter für seine Top-Betreuung. Danke auch an alle anderen, die mich immer wieder aufgemuntert haben und mir zu trinken gegeben haben. =) Ein riesiges "DANKE" geht an die Firma Pneuhaus Schlegel in Goldach für die grosszügige finanzielle Unterstützung. Vielen Dank!
Rückschlag in Flims
Nach der Schlammschlacht von Engelberg fühlte ich mich beim Racer Bikes Cup in Flims vom 3. Juli wie auf einem anderen Planeten: strahlender Sonnnenschein, Hitze, trockene Strecke. Der Rundkurs bestand aus mega coolen technischen Abfahrten, extrem steilen und recht langen Aufstiegen und einigen Flachstücken. Für einmal war unser Start auf Samstag, 13.35 Uhr angesetzt, wahrscheinlich die heisseste Tageszeit.
Unser Feld war eher klein und nach der ersten Abfahrt waren Linda und ich bereits alleine zuvorderst. Bis zum ersten Aufstieg blieben wir das auch, doch dann fuhr ich mit meiner 2-fach Schaltung (weniger Gänge, also auch weniger kleine Gänge...) den steilen Berg hinauf und bis zur Zieldurchfahrt hatte ich 11 sec Vorsprung. Die Sonne zeigte sich unermüdlich (und Linda auch ;-) und mein Vorsprung schmolz in der zweiten Runde um 4 sec. Auch wenn meine Gänge mich ermuntert hatten, mich abzusetzen, war es letztendlich doch meine Entscheidung gewesen und die war in dieser Hitze wohl nicht besonders vorteilhaft gewesen. In der dritten Runde holte mich Linda auf dem Flachstück ein und ich begann den Aufstieg hinter ihrem Hinterrad. Bei einem Stein im Aufstieg kam ich nicht ganz hinauf und musste darum absteigen. Ich rannte den steilen Weg hinauf, wobei rennen wohl der falsche Ausdruck ist. Taumeln trifft es eher - zumindest mussten die Zuschauer dort das so empfunden haben, denn sie wollten mich einfach nicht weiter rennen (oder taumeln?) lassen! Wieder einmal lag ich auf dem Boden. Für meine Gesundheit war es wohl besser - die nächste Stunde spielte sich nämlich ziemlich gleich ab wie in Offenburg. Einzig die Betreuung war hier viel besser, denn ich kannte die meisten Leute persönlich und meine Eltern waren auch da.
Extrembedingungen in Engelberg
5°C, strömender Regen, knietiefer Schlamm: Die Bedingungen des Racer Bikes Cup in Engelberg vom Sonntag, 20. Juni 2010, waren extrem garstig, um nicht grauenhaft zu sagen. Schon am Samstag hatte es den ganzen Tag durchgehend geregnet und auch am Sonntag gab es keine einzige trockene Minute. Während unserem Rennen verstärkte sich der Regen sogar noch! Ich kam mir vor wie unter einem Wasserfall. Jedenfalls startete unser Rennen um 11.20 und schätzungsweise um 11.21 war ich durchnässt… spätestens aber nach der ersten Abfahrt, als ich so richtig schön verdreckt war, begann ich zu frieren. Ein Lichtblick war die Rundenzahl, die von 7 auf 5 gekürzt worden war. Aber fünf ganze Runden in diesem Schlam(m)assel…! Nichts desto trotz versuchte ich, mein Tempo zu halten, was mir aber nie so richtig gelingen wollte. Meine Beine fühlten sich schon bald einmal an wie aus Beton, so eingefroren waren sie. Die Brille lief dauernd an, also zog ich sie bald einmal ab, doch ohne Brille spickte mir der Dreck einfach direkt in die Augen.
Nach drei Runden war ich alleine an der Spitze, doch in der vierten Abfahrt stürzte ich in mitten des grössten Schlamms. Platsch!
Es spritzte nur so nach allen Seiten und ich schlitterte auf der Schlammrutschbahn gleich noch einige Meter weiter. Mein Velo blieb liegen, ich zerrte es zu mir runter und sprang wieder auf, doch nun war ich gleich ein Kilo schwerer. Schlammbepflastert machte ich mich auf die letzte Runde. Von meinen anfangs noch weissen Kleidern war nun nichts mehr zu sehen. Das Schlimme an diesem Schlamm ist nicht mal das zusätzliche Gewicht, sondern die Kälte. So richtig kalt und nass klebt er an einem, auch der Bidon stand vor Dreck, und sehen tat ich sowieso nichts mehr. Vor der letzten Abfahrt setzte ich die Brille nochmals auf, doch das machte es nur schlimmer, und schliesslich warf ich sie raus. Nun begann ich auch noch zu schlottern…
Mitten in der letzten Abfahrt tauchte aus der Regenwand hinter mir plötzlich Linda auf. Daran hatte ich schon fast nicht mehr gedacht, war ich doch mit schlottern beschäftigt gewesen. Die Abfahrt gelang mir noch einigermassen gut, doch die letzten 500m der Strecke waren flach und man musste sich durch diesen matschigen, klebrigen Schlamm kämpfen. Ein Geschmier ohnegleichen! Meine Beine waren wie aus Eis, ich konnte einfach nicht mehr Druck auf die Pedalen bringen. Linda hatte anscheinend noch Kraft und so wurden mir die letzten 300m Schlamm zum Verhängnis: Sie überholte mich in diesem schleimigen Teil und – in diesen 200m – verlor ich doch tatsächlich noch 19sec. Erschöpft und über und über mit Schlamm bedeckt erreichte ich das Ziel auf dem zweiten Rang. Zufrieden oder frustriert, ich kann es nicht sagen; ich war einfach nur froh, im Ziel zu sein, diese schlammigen Kleider loszuwerden, mich endlich aufzuwärmen und unter die warme Dusche stehen zu können. Das Beste am Tag war, als ich am Abend in mein wunderbar sauberes, warmes Bett liegen konnte – wie herrlich das sein kann!
Technik-Kurs in Thal
Das letzte Wochenende war für einmal "wettkampffrei" - was aber noch lange nicht "bikefrei" heisst... ;-) Den freien Samstagnachmittag (12. Juni) nutzte ich zu einem Bike-Fahrtechnik-Kurs. Das bedeutet, Rolf Signer vom Zweirad-Signer Geschäft in Thal organisierte den Kurs mit dem Titel "Für Ladies / Einsteigerinnen" und ich leitete ihn.
Rund 15 Frauen aus Thal und der näheren Umgebung besammelten sich um 14 Uhr vor Zweirad-Signer's Geschäft. Zusammen mit meinen Eltern, die mir assistierten und mir hilfreiche Tipps gaben, fuhren wir in den nahen Wald. Dort übten wir während den nächsten drei Stunden grundlegende Manöver zur besseren Bikebeherrschung, unter anderem Bremstechnik, Kurventechnik, steile Aufstiege und Abfahrten. Leider gab es bei der Trockenübung "Hindernisse überwinden" zwei kleine Stürze, doch den Frauen konnte auch dies die Motivation nicht nehmen. Mit viel Einsatz probierten sie immer wieder, die schwierigsten Stellen zu meistern.
Danke für eure Begeisterung - es war ein gelungener Nachmittag. Es wäre toll, wenn ihr das Gelernte bei euren hoffentlich regelmässigen Biketouren anwenden könnt! Herzlichen Dank auch an meine Eltern. Falls ich wieder einmal einen solchen Kurs durchführen werde (was im Moment noch in den Sternen steht), werde ich das Datum sicher hier bekannt geben! =)
Championne de Champéry
Die Strecke des Racer Bikes Cup in Champéry (VS) bestand fast nur aus technischen Abfahrten und technischen Flachstücken. Die zwei Aufstiege, die es gab, waren sehr kurz, dafür umso steiler. Der Rundkurs war äusserst anspruchsvoll und auch sehr anstrengend mit seinen dauernden Richtungswechseln und Bodenwellen.
Wir reisten bereits am Samstag, dem 5. Juni, mit unserem tollen Wohnwagen an, weil mein Vater und einige andere Team Signer-Fahrer am Samstag im Einsatz standen. Für mich war es auch in Ordnung, denn so konnte ich noch die Strecke besichtigen. Die Sonne strahlte heftig wie schon lange nicht mehr vom Himmel und liess sich erst gegen Abend von einigen Wolken vertreiben, die am Sonntagmorgen nochmals auftauchten.
Bei meinem Start am Sonntag um 11.20 Uhr war es also heiss, aber noch nicht unerträglich. Da Mitte Juli auf derselben Strecke ein Weltcup-Rennen stattfindet und ausserdem die WM von nächstem Jahr, war unser Startfeld ziemlich gross. Die Besetzung war international und es waren sogar sechs US-Amerikanerinnen dabei!
Der Start gelang mir gut (ist auch nicht so schwierig aus der ersten Reihe ;-)) und ich konnte mich gleich hinter der Österreicherin Lisa Mitterbauer an zweiter Stelle einreihen. Ende Startrunde erreichten wir den ersten Aufstieg des Rennens und ich sah meine Chance gekommen, Lisa zu überholen. Bis zum höchsten Punkt konnte ich sie noch ein wenig distanzieren und hinter mir waren nun Vania Schumacher und Linda Indergand. Als wir das Ziel zum ersten Mal passierten und noch drei grosse Runden vor uns lagen, befand ich mich zusammen mit Vania an der Spitze, was bis zum nächsten Aufstieg so blieb. Dort wollte ich aber unbedingt als erste in die schwierige Abfahrt und setzte darum alles daran, Vania abzuhängen. Meinen kleinen Vorsprung, den ich so herausfuhr, konnte ich im weiteren Rennverlauf stetig vergrössern. Die technischen Passagen waren eine tolle Herausforderung und gelangen mir mehr oder weniger sturzfrei. Nur einmal blieb ich an einem Sicherheitsnetz hängen, doch zum Glück konnte ich den Bodenkontakt vermeiden. Gegen Ende des Rennens sah ich ab und zu kleine Sternchen, doch richtig schlimm wurde es glücklicherweise nicht.
Tatsächlich schaffte ich auch die letzte Abfahrt ohne Sturz und Panne und konnte so meinen vierten Sieg bei einem Racer Bikes Cup sicher ins Ziel bringen. Mein Vorsprung betrug im Ziel 1:04 min auf die Zweitplatzierte Vania, dritte wurde Linda und Lisa schaffte es auf den vierten Rang. Fünfte wurde die Chilenin Laura Munizaga, die nun mehr als einen Monat lang in meinem Nachbardorf gelebt hat – Felicidades!
Churer Jackpot geknackt ;)
Schon seit 20 Jahren organisiert der ESV Chur zweimal jährlich das "Mittenbergrennen", ein Bergrennen von 5km Länge und 440 hm mit Start in Chur. Bis vor kurzem wusste ich ehrlich gesagt nicht, dass dieser Wettkampf existiert, doch Silvio Bundi (mein Teamchef) machte mich darauf aufmerksam und überredete mich schliesslich zu einer Teilnahme. Übrigens ist der OK-Chef Daniel Solèr auch Mitglied in unserem Team und hat das toll organisiert, Kompliment!
So reiste ich also gestern, an einem Donnerstagabend, nämlich dem 3.Juni, nach Chur. Nach kurzem Aufwärmen startete ich und kurbelte im Kampf gegen die Uhr den Hügel hinauf. 21:57 min später erreichte ich den Gipfel dieses "Berges" und da hatte ich doch tatsächlich einen neuen Streckenrekord aufgestellt! Winzige 7 Sekunden konnte ich den ehemaligen Streckenrekord der Damen unterbieten und wurde dafür mit dem Inhalt des Jackpots belohnt! =) Danke Silvio, dass du mich auf solche (mir) unbekannte Rennen aufmerksam machst!
Unerwarteter Sieg in Plaffeien
Der Racer Bikes Cup in Plaffeien (FR) war auch dieses Jahr nicht mit gutem Wetter gesegnet. Nachdem es fast die ganze Nacht geregnet hatte, war die Strecke am Sonntag, dem 30.Mai 2010, eine richtige Schlammschlacht. Die Abfahrt, die ohnehin schon anspruchsvoll war, wurde noch ein wenig schwieriger. Für mich war bis am Abend vor dem Rennen nicht klar, ob ich starten würde. Die ganze Woche davor war ich krank gewesen, d.h. Kopfschmerzen, Schnupfen, anfangs noch Schluckweh und Fieber. Auf dem Bike gewesen war ich genau ein Mal, dafür hatte ich sicher genug geschlafen und auch getrunken…
Meine Erwartungen waren also nicht besonders hoch, hauptsächlich wollte ich ins Ziel kommen. Als der Speaker verkündete, dass die ersten 7 Fahrerinnen preisberechtigt waren, und nur 8 Fahrerinnen hinter der Startlinie standen, war mein Ziel gefasst: Nicht Letzte werden. ;-)
Wir gingen das Rennen sehr locker an, niemand raste davon und es herrschte nicht so ein „Konkurrenzdenken“, wir fuhren einfach mal zusammen los. Dieses Tempo fuhren wir bis zum höchsten Punkt der Startschlaufe, dann begann die technische Abfahrt. Ich fuhr als zweite hinter Linda Indergand in die Abfahrt, doch etwa in der Hälfte stürzte sie, Vania Schumacher und ich überholten sie, kurz darauf fiel Vania um, ich überholte sie und dann war die Abfahrt auch schon vorbei. Bis zur Zielpassage waren wir drei aber wieder zusammen, da sich niemand unbedingt absetzen wollte.
Die zweite Runde und somit der zweite Aufstieg begannen. Wir fuhren zu dritt nebeneinander und beim Singletrail, der etwa in der Hälfte des Aufstiegs beginnt, war ich zuvorderst. Bis zum höchsten Punkt der Strecke erhöhte ich das Tempo leicht und konnte so als erste in die Abfahrt. Die Abfahrt machte mir keine grossen Probleme und so war ich auf dem flachen Stück immer noch an erster Stelle. Zwar näherten sich Vania und Linda von hinten, doch ich fuhr mein Tempo weiter, da ich mich nicht überanstrengen wollte. Die letzte Abfahrt wollte ich nämlich auch noch ohne Schwindelgefühl fahren können…
Am Fusse des Berges in der dritten Runde holte mich Linda wieder ein. Sie beschleunigte noch ein wenig und ich reihte mich hinter ihrem Hinterrad ein – wo ich für den Rest der Runde auch blieb. Ich rief mir immer wieder mein krank-sein von letzter Woche in den Sinn, dass ich ja noch nicht 100% leistungsfähig war, mich nicht überanstrengen sollte, auch wegen der schwindelfreien Abfahrt. Während der Abfahrt kam mir plötzlich der Gedanke, dass es zu einer Sprintankunft kommen könnte. Nun ja, da hätte ich ja sowieso keine Chance gegen Linda, war sie doch Schweizermeisterin auf der Strasse, dachte ich mir. Ausserdem wäre ich in meinem Zustand auch mit dem zweiten Platz zufrieden gewesen. Ich fuhr also einfach mal weiter. Mitten in der Abfahrt rutschte ich im Schlamm dann doch noch um, doch kurz darauf war ich wieder an Linda’s Hinterreifen.
Auf der Fläche vor dem Ziel (etwa noch 1 km bis zum Ziel) versuchte Linda, mich abzuhängen, doch ich konnte ihr zum Glück folgen. Als uns nur noch zwei Kurven vom Ziel trennten, dachte ich, versuchen kann ich es ja mal, setzte zum Überholmanöver an und wir bogen gleichzeitig in die Kurve ein. Doch Linda gab nochmals Gas und war wieder vor mir. Nun war der Singletrail zu Ende und eine breite Teerstrasse begann.
Noch eine Kurve. Ich packte die Gelegenheit beim Schopf und versuchte Linda links zu überholen. Tatsächlich waren wir gleichauf vor der letzten Rechtskurve, die letzten 50m, Linda leicht hinter mir, ich gab nochmals alles, ein Blick zurück, Linda hinter mir, Vollgas, die Ziellinie, yes! Ich hatte gewonnen! Wer hätte das gedacht?! Ich jedenfalls nicht!
Mein "Vorsprung" betrug hauchdünne 9 Zehntel-Sekunden. Eine so knappe Entscheidung um den Sieg hatte ich noch nie erlebt!
Ein herzliches „Merci“ geht an meine angereisten Fans aus der Westschweiz =), an meine Familie, die zusammen mit mir in unserem wunderbaren, neuen Wohnwagen übernachtete und mich beim Rennen verpflegte und an Petrus für das passende Wetter – Schlamm tut mir doch besser als Hitze. :]
Kollaps beim Weltcup Offenburg
Beim Weltcup in Offenburg (GER, 22.5.) lief es mir nicht nach Wunsch. Ich wusste, dass meine Vorbereitung nicht optimal verlaufen war, doch dass dies so verheerende Auswirkungen haben würde, dachte ich mir wirklich nicht.

Vor dem Start fühlte ich mich bereit für den Wettkampf, obwohl ich mit Startnummer 18 ins Rennen geschickt wurde. Der Start gelang mir gut und nach der Startrunde befand ich mich bereits an dritter Stelle. Kurz nach der Ziellinie gibt es einen Teeranstieg und danach beginnt der Singletrail, der abgesehen von einigen kleinen Unterbrechungen bis kurz vors Ziel dauert. Vor dem Singletrail gelang es mir, mich auf Position zwei vorzuschieben. Nur noch die Weltmeisterin war vor mir. Unmittelbar vor der ersten schwierigen technischen Passage, dem „Dual Speed“, machte die Weltmeisterin einen kleinen Fahrfehler und ich war auf gleicher Höhe mit ihr. Wir starteten gleichzeitig in den Dual Speed, der aus zwei parallelen Trails besteht. Ich kam als Erste heraus! =) Danach begann ein weiterer Anstieg, in dem ich meine Verfolgerinnen distanzieren konnte. Bei der ersten Zieldurchfahrt hatte ich einen Vorsprung von 36 Sekunden. Zudem hatte ich keine Probleme mit Atmen (nicht so wie in Houffalize) und auch meine Beine fühlten sich toll an.
In der zweiten Runde wollte ich darauf achten, nicht zu schnell zu fahren. Anscheinend nahm ich mir dann diesen Vorsatz etwas zu sehr zu Herzen, denn Ende der zweiten Runde hatten Pauline und Johanna wieder zu mir aufgeschlossen. Pauline (die Weltmeisterin) attackierte sogleich und setzte sich ab. Beim Teeraufstieg wollte es auch Johanna wissen und überholte mich. Das wollte ich mir aber nicht einfach so gefallen lassen und ich bemühte mich, nicht abzufallen.
Vielleicht bemühte ich mich zu sehr… Als ich in die Abfahrt beim Northshore einbog, bekam ich die Rechnung: Schon beim ersten Wurzelstock kippte ich fast runter. Mir war so schwindlig! Es kam wie angeworfen. Im Aufstieg hatte ich mich noch ganz okay gefühlt! Doch nun konnte ich mich kaum mehr auf meinem Bike halten! Ich fuhr so langsam es ging und wurde von zwei Fahrerinnen überholt – in der Abfahrt! Das ist mir auch noch nie passiert. Doch so langsam ich auch fuhr, das Schwindelgefühl verschwand nicht, es wurde eher schlimmer. Als ich den schwierigsten technischen Teil des Northshore überwunden hatte, kam zum Glück ein flacher Abschnitt des Singletrails. Mein Kopf spielte immer noch verrückt und ich konnte nicht einmal mehr geradeaus fahren. Plötzlich hing ich im Absperrband! Dort blieb ich auch gleich hängen bzw. ich legte mich auf den Waldboden neben der Strecke.
Während etwa einer Stunde blieb ich dort liegen, atmete, wie wenn ich den steilsten Berg hochfahren würde, und fühlte mich halbtot. So schlecht wie dort neben der Strecke habe ich mich wirklich noch nie gefühlt!
Jetzt, fünf Tage später, habe ich immer noch Kopfschmerzen und Schnupfen; das Schluckweh verschwand zum Glück nach zwei Tagen wieder. Erholt fühle ich mich aber immer noch nicht. Auf das Klassenlager der Kanti in der Provence (F) von dieser Woche verzichtete ich zugunsten meiner Gesundheit.
Nun versuche ich immer noch, herauszufinden, was genau zu diesem Kollaps führte. Schlaf, Trinken, Essen, Rennverplegung, Hitze, Anreise etc. kann ich wohl noch optimieren.
Ein riesiges Dankeschön geht an die Bäckerei Motzer auf dem Buechberg in Thal, die an mich geglaubt hat und mich in Offenburg finanziell unterstützte. Herzlichen Dank!
Turbulentes Wochenende in Heubach
Pünktlich um halb zwei machten wir uns am Samstag, dem 15.Mai 2010, auf den Weg nach Heubach. Zumindest dachten wir das. Doch als wir im Navigationsgerät Heubach eintippten, entsprach dies ganz und gar nicht der Wegbeschreibung unseres gebuchten Hotels. Ziemlich geschockt mussten wir feststellen, dass es in Deutschland offenbar mehr als ein Heubach gibt und dass mein Teammanager bei der Buchung wohl das falsche erwischt hatte... Als wir im „richtigen“ Heubach ankamen, waren natürlich schon alle Hotels voll belegt. Wir suchten also zuerst einmal eine Unterkunft und zum Glück fanden wir im Nachbardorf Mögglingen eine akzeptable Lösung.
Nun stand die Streckenbesichtigung auf dem Programm, doch ein Downhill-Rennen, das auf der gleichen Strecke wie das Cross Country Rennen ausgetragen wurde, machte uns einen Strich durch die Rechnung. Alles, was wir vom Rundkurs abfahren konnten, war der Aufstieg. Immerhin die Hälfte! Der Lichtblick des Tages war das Abendessen, das wir in einem ausgezeichneten italienischen Restaurant einnahmen. =)
Über Nacht trocknete die Strecke ab und daher war es am Sonntag nicht mehr gar so schlammig wie am Samstag, doch immer noch genug dreckig. Das Höhenprofil ist praktisch gleich wie jenes in Buchs und ehrlich gesagt mag ich solche Höhenprofile am liebsten.=D
Wir starteten etwa um 12.10 Uhr, gerade einmal 30 Sekunden hinter den Elite Damen. Nach kaum 200 m fuhren wir schon auf das Feld auf und das Gedränge begann. Der Rundkurs bestand praktisch nur aus Singletrails, aber das hindert einen (oder zumindest mich ;-)) nicht am überholen. So gut es ging schlängelte ich mich durch die Damen und
setzte mich „unbemerkt“ von meinen Konkurrentinnen ab. Die Abfahrt, die ich nun zum ersten Mal sah, war noch recht cool und anspruchsvoll. Umso besser! Ich fuhr meine Runden, versuchte meinen Rhythmus beizubehalten und fand mich plötzlich hinter der russischen Elite-Weltmeisterin Irina Kalentieva wieder. Ihr Trikot war schon schön, doch nach einer halben Runde hatte ich mich sattgesehen und überholte sie. Aber ich denke, dass sie dieses Rennen nur als Training nutzte und nicht voll am Limit fuhr. Nach drei Runden und einer knappen Stunde Renndauer war mein Rennen auch schon zu Ende und ich erschöpft im Ziel – der Sieg war mein! Zweite wurde Johanna Techt aus Deutschland und dritte die französische Welmeisterin Pauline Ferrand. Ich fand es toll!
Vielen Dank an mein Team für die finanzielle Unterstüzung (das Hotel im falschen Heubach müsst ihr halt auch noch bezahlen... =P), an meinen Vater Markus für das saubere Velo ;-), die sichere Fahrt nach Heubach und den ganzen restlichen Aufwand und an Jean, Germán und Laura für die Unterhaltung! =)
2. Rang beim Racer Bikes Cup in Solothurn
Das Fahrerfeld der Juniorinnen, das sich am Samstg, dem 8.Mai, um 13.35 Uhr hinter der Startlinie besammelte, war direkt klein, verglichen mit dem des Weltcups vom letzten Wochenende. Da die internationale Konkurrenz nicht so stark vertreten war, wurde das Tempo zu Beginn des Rennens ziemlich tief gehalten. Erst kurz vor dem ersten Aufstieg wurde das Tempo verschäft; schon bald fand ich mich zusammen mit Linda Indergand
an der Spitze wieder. Bei der ersten Zieldurchfahrt waren wir zu zweit an vorderster Stelle und so blieb es bis zur letzten Runde. Auf dem flachen Rundkurs mit nur einer Steigung und für ein Bikerennen verhältnismässig viel geteerten Strassen machte es mehr Sinn, zusammen zu fahren. Die Entscheidung um den Sieg musste also in der letzten Runde fallen. Ich attackierte vor der Steigung im Wald und konnte mich ein kleines Stück absetzen. Meine Stärken liegen eher nicht auf der flachen Strasse und so versuchte ich im Wald einen möglichst grossen Vorsprung herauszufahren. Kaum hatte ich die Waldpartie hinter mir gelassen und war auf flaches Terrain gekommen, erblickte ich knapp 50 m hinter mir schon Linda! Sie spielte all ihre Trümpfe auf der Strasse aus und brauste an mir vorbei. Ziemlich machtlos sah ich ihr hinterher, doch immerhin wurde ich Zweite, womit ich zufrieden bin. Zum Glück besteht ja ein Bikerennen nicht allzu oft aus so viel flachen Strassen... das nächste Rennen wird auf jeden Fall spannend!
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„Erfahrung sammeln“ kann ganz schön hart sein: Weltcup Houffalize (BEL)
Nach etwa siebenstündiger Autofahrt erreichte ich am Freitag, dem 30. April, kurz nach 13 Uhr das Hotel „Ol Fosse d’Outh“ in Houffalize, Belgien. Hier sollte mein 1. Weltcuprennen stattfinden und ich freute mich eigentlich auf dieses Rennen. Auch die Strecke, die wir gleich nach der Ankunft besichtigten, gefiel mir wegen den vielen, steilen Aufstiegen und den technischen Abfahrten. Sie war aber auch sehr kräftezehrend mit ihren unzähligen Richtungswechseln und es gab keinen langen, gleichmässigen Aufstieg.
Unser Start war auf Samstag, 14.31 Uhr angesetzt, eine Minute nach den Junioren. Auf dem Programm standen eine Startrunde und 3 Runden, die ich in ihrer Länge wohl etwas unterschätzt hatte. Bereits eine Viertelstunde vor dem Start mussten wir in die „Boxen“, damit wir dann gleich aufgerufen werden konnten. Das Tollste am ganzen Tag fand ich, dass ich mit der Nummer 1 starten durfte. =D
Kaum war der Startschuss gefallen, ging es zur Sache, denn es galt, einen happigen Aufstieg zu bewältigen. Es gelang mir recht gut und ich reihte mich vor der Abfahrt an zweiter Position hinter der Weltmeisterin aus Frankreich ein. Auch wenn ich am Limit fuhr, konnte ich dieses Tempo etwa eine Runde lang halten, doch schliesslich musste ich einen Gang zurückschalten, Johanna Techt (DE) überholte mich und zog zusammen mit der Weltmeisterin davon. Kurz darauf überholte mich meine Zimmergenossin Linda Indergand(SUI), doch ihr fiel die Kette raus und so konnte ich wieder auf den dritten Platz vorrücken. Langsam liessen meine Kräfte nach, doch in den „letzten“ anderthalb Runden gab ich nochmals Vollgas und als ich mich dem Zielstrich näherte, war ich wirklich tot. Keinen Meter wollte ich mehr fahren! Doch mit unglaublichem Entsetzen las ich auf der Anzeige „1 LAP TO GO“! Das konnte doch nicht wahr sein! Mit letzter Kraft betätigte ich meinen Schalthebel und kroch in der kleinsten Scheibe auf die letzte Runde. Die anderen Fahrerinnen überholten mich voller Freude, doch das war mir im Moment egal; ich bemühte mich gerade, nicht augenblicklich vom Bike zu fallen. Nun setzten auch noch Rückenschmerzen ein… ich fuhr in dieser Runde mit gefühlten 5km/h und dennoch war es schrecklich. Wahrscheinlich war ich sogar langsamer unterwegs als bei der Streckenbesichtigung. Ich weiss nicht mehr, wie ich mich noch ins Ziel schleppte, nur noch, dass ich im Ziel töter als tot war (weil tot war ich ja schon vor der letzten Runde…). Auf die Spitze verlor ich mehr als vier Minuten und ich klassierte mich schliesslich als neunte von 27 Fahrerinnen.
Nun, etwas Positives hat dieses Rennen trotz allem: mein Steigerungspotential ist schier unerschöpflich! ;) Meine Rückenschmerzen verschwinden hoffentlich auch bald und vielleicht – mit ganz viel Glück – geht es mir nächstes Wochenende besser! =)
Ein herzliches Dankeschön geht an Silvio und Rainer für die Hinreise, an Laura und Jean für Rückreise, an Rolf, Beat und den Rest der Crew für die Betreuung in Belgien und an die Firma Starrag Heckert AG in Rorschacherberg für die grosszügige finanzielle Unterstützung!
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Heimspiel beim Bike-Cup Ostschweiz in Thal
Was ist es doch für ein herrliches Gefühl, vor der Haustür auf's Bike zu steigen und in zehn Minuten beim Renngelände zu sein! Keine zweistündige Anreise, kein Stress mit Streckenbesichtigung und kein Einfahren in unbekanntem Gelände. Genauso entspannt fühlte ich mich am Samstag, dem 24. April, vor dem Thaler Volks Bike Rennen. Es ist ein lokaler Anlass, der mit viel Enthusiasmus organisiert wird, bei dem jedoch die nationale Konkurrenz fehlt. Wir standen gerade mal zu zweit hinter der Startlinie in der Kategorie Juniorinnen, doch zum Glück konnten wir mit den über 20 Damen starten, weshalb ich auf ein abwechslungsreiches Rennen hoffte. 
Kaum war der Startschuss um 14 Uhr gefallen, kamen wir schon zum Aufstieg und nach knapp 200 m war ich alleine an der Spitze. Allzu spannend sollte dieses Rennen also doch nicht werden, aber es war sehr angenehm, nicht dauernd gehetzt zu werden. Ich konnte während den drei Runden mein Tempo konstant fahren und bewegte mich an der oberen Leistungsgrenze. Nach 50 Minuten erreichte ich erschöpft das Ziel - als erste. =)
Spezielles Wochenende: Bundesliga Münsingen
Bereits am Samstag, dem 17.4. reisten wir nach Münsingen in Süddeutschland zu meinem ersten Bundesligarennen. Wir übernachteten im Hotel Herrmann und ehrlich gesagt war dies meine allererste Hotelübernachtung an einem Bikerennen ;). Zudem nahmen wir in diesem Hotel auch unser Abendessen ein, d.h. wir warteten während annähernd 2h auf unser bestelltes Menu! Als wir dann endlich bedient wurden, lag ich vor Müdigkeit beinahe schon unter dem Tisch... Zum Glück konnten wir am nächsten Morgen ausschlafen, denn mein Start war erst auf den Mittag angesetzt.
Punkt 12.15 fiel unser Startschuss, nur eine bzw. zwei Minuten hinter den U23- bzw. Elite-Damen. In der ersten Runde versuchte ich der Juniorinnen-Weltmeisterin aus Frankreich zu folgen, doch nach einer Runde hängte sie mich ab. Kaum war sie weg, kam von hinten die Deutsche Johanna Techt und nahm die Verfolgung auf. Die zweite und dritte Runde fuhren wir mehr oder weniger gemeinsam, d.h. wir überholten uns ständig gegenseitig. Am Schluss hatte sie aber die besseren Beine und so zog sie im Aufstieg an mir vorbei. Natürlich versuchte ich ihr hinterherzukommen, doch da ich mich nicht so super fühlte, konzentrierte ich mich nun auf die einfachere Aufgabe, diese Position zu halten. Dies gelang mir auch und so war ich im Ziel mehr oder weniger zufrieden mit meinem dritten Rang hinter Johanna und der Weltmeisterin, obwohl ich lieber zweite geworden wäre.
Anschliessend fand die Siegerehrung statt (ich erlebte eine völlig neue Perspektive aus dem 3. Rang!;-)) und wir machten uns auf den Heimweg in die Schweiz. Ein herzliches Dankeschön geht an Rainer Hartmann für die Organisation dieses Hotels, an die Firma Lütolf AG aus St.Margrethen für die finanzielle Unterstützung und an meinen Betreuer, Chauffeur, Veloputzer, Mechaniker und Vater Markus für den Rundum-Service!
Triumph in Tesserete (Tessin)
Die Strecke des Racer Bikes Cup in Tesserete verlangte Einiges von den Fahrerinnen und Fahrern: Auf einem technisch anspruchsvollen und mit unzähligen Wurzeln gespickten Rundkurs wurde einem nichts geschenkt. Mein Rennen startete um 11.20 Uhr und es ging gleich zur Sache: Linda Indergand schlug in der Startrunde ein hohes Tempo an, doch in der zweiten Kurve fuhr sie den Wall-Ride und plötzlich war ich vor ihr. Bei der ersten Zielpassage war ich also bereits zuvorderst. So blieb es auch bis zum Schluss des Rennens, doch es war ganz schön anstrengend. Vor allem in den kräftezehrenden Aufstiegen musste ich durchbeissen, denn die Anderen wollten sich einfach nicht so ganz abschütteln lassen. Besonders die Deutsche Helen Grobert blieb hartnäckig auf der zweiten Position, die sie bis ins Ziel halten konnnte. Glücklicherweise stürzte ich heute nicht und so konnte ich meinen Sieg ins Trockene bringen; zu guter Letzt gewann ich noch mit 55 Sekunden Vorsprung. =)
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Südtirol's Süden
Direkt nach dem Rennen in Buchs reiste ich ins Südtirol und verbrachte
dort fünf herrliche Trainingstage mit dem RV Altenrhein. Abgesehen von einem Regentag schien immer die Sonne und wir waren eine tolle Gruppe. Ein riesiges Dankeschön an alle Leiter, allen voran meinem Vater Markus Neff, der diese Woche organisierte und auch leitete. Bedanken möchte ich mich auch ganz herzlich bei der Firma Lütolf AG aus St.Margrethen, die mir diese Woche finanziell ermöglichte!
Saisonauftakt, Schlammschlacht & Sieg!
Als ich am Sonntagmorgen, dem 28.3.10, nach Buchs SG reiste, herrschte in meiner Bauchregion ein ziemlich mulmiges Gefühl. Draussen regnete es nämlich in Strömen und die Strecke des Racer Bikes Cup verwandelte sich gerade in eine Schlammschlacht. Ausserdem war es das erste Rennen dieser Saison und auch mein erstes Rennen in der Kategorie Juniorinnen (was eine längere Renndauer bedeutete); daher war meine Positionierung sehr schwer einzuschätzen.

Zum ersten Mal war ich im neuen Renndress des ewz-Giant MTB-Teams unterwegs. Nach dem Einfahren begab ich mich zum Start, wo ich gleich in der ersten Reihe einstehen durfte. Der Startschuss fiel um 11.20 Uhr.
Kurz vor dem höchsten Punkt in der ersten Runde waren wir bereits nur noch zu dritt an der Spitze. Zu meiner eigenen Überraschung waren am allerhöchsten Punkt der Strecke die Anderen plötzlich verschwunden. Doch so einfach sollte es dann doch nicht sein. In der Abfahrt stürzte ich und die erste Verfolgerin, Johanna Techt, zog an mir vorbei. Zwar holte ich sie wieder ein und distanzierte sie ein wenig, doch als ich in der zweiten Runde erneut einen Salto machte kam sie mir gefährlich nahe. In der dritten Runde betrug mein Vorsprung am Hundschopf gerade noch 15 s. Grund genug, in der vierten und letzten Runde das Tempo ein bisschen zu erhöhen. Ich musste ja möglichst viel Vorsprung herausfahren, damit ich in der Abfahrt in Ruhe umfallen konnte... ;) bzw. damit ich nicht zu viel Risiko nehmen musste.
Das Glück war mir in dieser Runde tatsächlich hold und ich schaffte die Abfahrt für einmal ohne direkte Begegnung mit dem Schlamm. =) Es war ein tolles Gefühl, als erste die Ziellinie zu überqueren. Hatte es doch vor dem Rennen, zumindest in meinem Bauch, gar nicht danach ausgesehen!

Das war aber noch nicht genug des Spektakels: Nach der Siegerehrung sprach mich eine unbekannte Frau an und forderte mich zu meiner ersten Dopingkontrolle auf. Da fahre ich mein erstes lizenziertes Rennen und prompt packt die Antidopingagentur die Gelegenheit beim Schopf! Die Sache verlief dann aber problemlos und ich freute mich danach umso mehr auf die Dusche, die mich endlich von meiner Schlammschicht befreite (dafür die Wunden zum Vorschein brachte…)! ;)
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Trainingsrennen in Niederhelfenschwil
Zur Saisonvorbereitung nahm ich am Sonntag, dem 21. März 2010, am Bike/Quer-Rennen in Niederhelfenschwil SG teil. Obwohl ich mich noch nicht ganz gesund fühlte und immer noch mit Schnupfen und Husten zu kämpfen hatte, nutzte ich die Gelegenheit zur Standortbestimmung. Bereits vor dem Mittag besichtigte ich mit dem Team Signer die schlammige, vom Regen aufgeweichte Strecke und feuerte die Jüngeren bei ihren Rennen an; mein Start war nämlich erst um halb drei. Der Start war dafür umso spektakulärer: Auf einer riesigen Wiese verteilte sich das Teilnehmerfeld auf eine Breite von knapp 100m, fuhr die Wiese hinunter und auf einer zwei Meter breiten Strasse die Gegensteigung hinauf! Zu meiner eigenen Überraschung erwischte ich den Start in diesem Gedränge recht gut und bemühte mich anschliessend, nicht allzu viele Fahrer vorbeiziehen zu lassen. Am meisten Zeit verlor ich jeweils in den kräfteraubenden, doch eher flachen Abschnitten im Wald. Dennoch war ich zufrieden mit meiner Leistung in dieser Schlammschlacht und erntete den vierten Platz in einem ziemlich grossen Fahrerfeld inkl. der Schweizermeisterin Katrin Leumann.
Nun hoffe ich, diese Woche noch gut zu überstehen und bin gespannt auf den Saisonauftakt des Racer Bikes Cups in Buchs!
Trainingslager in Giverola, Spanien
Voller Hoffnung und Vorfreude auf Sonne und Strand stieg ich am Freitagabend, dem 5. März 2010, in Zürich mit der Juniorinnen/Damen-Nationalmannschaft in den Car Richtung Spanien. Als wir am nächsten Morgen gegen 11 Uhr an der Costa Brava in der Hotelanlage Giverola, die zu Tossa de Mar gehört, eintrafen, zeigte sich die Sonne tatsächlich.

Kurz nach der Ankunft
Wir bezogen unsere Bungalows und montierten die Bikekleider, um am Nachmittag noch ein wenig ins Gelände zu gehen. Am Abend wurden wir mit einem ausgezeichneten Menu verwöhnt und schlüpften dann in unsere warmen Betten (hört sich toll an, nicht wahr? ;-)). Auch am Sonntag konnten wir unser Programm noch durchziehen, gingen am Morgen ins Gelände und unternahmen am Nachmittag eine Tour auf der Strasse. Am Montag guckten wir dann aber etwas verdutzt aus der Wäsche, denn alle Hügelkuppen waren schneeweiss!
Nichts desto trotz nahmen wir unsere Drahtesel und übten Technik im Gelände bis zum Mittag. Doch spätestens dann war es vorbei mit dem Vergnügen. Kurz nach dem Mittag brach ein Schneesturm los, wie ihn die spanische Küste schon lange nicht mehr erlebt hatte! Den ganzen Nachmittag schneite es und innert Kürze war alles von einer ca. 10cm dicken Schneeschicht bedeckt. Auch der Weg von unseren Bungalows zum Essen führte durch dieses Schneegestöber und so waren meine Füsse für den Rest des Abends nass. Das Resultat: Schnupfen für den Rest der Woche. Am gleichen Tag fiel der Strom aus und für den Rest der Woche tasteten wir uns bei Kerzenlicht durch unsere Bungalows und schliefen mit zwei Decken (zumindest ich…). Da auch die Boiler mit Strom betrieben wurden, konnten wir nicht mehr warm duschen. Heizungen funktionierten auch nicht mehr. Zum Glück gab es ein Notstrom-Aggregat für den Speisesaal… [Foto: Blick aus meinem Zimmer am Dienstagmorgen]
Den Dienstag verbrachte ich mit Halsweh und Schnupfen im Bett. Am Mittwochmorgen wagte ich mich wieder nach draussen, ging in den Fitnessraum und entdeckte im Schwimmbad einen Föhn, um meine Kleider zu trocknen. Guten Mutes wagten wir uns daher am Nachmittag auf die Strasse und als wir zurückkehrten, hatten es die Spanier tatsächlich geschafft, eine warme Dusche im Schwimmbad einzurichten. Herrlich!
Da fühlte sich sogar das eiskalte Bett etwas wärmer an…
Das Programm am Donnerstag sah dann etwa gleich aus: Morgen Fitnessraum, Nachmittag Strasse, wobei wir diesmal selbständig einen Berg hochfahren durften, was mir ganz gut gefiel. Mein Ziel war es, fünf mal hochzufahren, doch leider reichte die Zeit nur für vier Aufstiege.
Freitags wollten wir das verpasste Techniktraining nachholen und gingen daher gleich morgens und nachmittags ins Gelände. Übrigens putzte ich fast täglich mein neues Bike, damit es hoffentlich noch lange so schön bleibt. =)
Am Samstag hatten wir den Morgen zur „freien Verfügung“. Dies war die perfekte Gelegenheit, noch ein fünftes Mal auf den Berg raufzufahren! =D Meine nette Zimmerkollegin Fabienne Andres begleitete mich und schoss noch dieses Erinnerungsfoto:

Danke Fabi! ;)
Zum letzten Mal aufs Bike ging’s am Samstagnachmittag und siehe da: um uns den Abschied doch noch ein wenig schwer zu machen, zeigte sich die Sonne! Wir konnten es kaum glauben! Und am gleichen Tag hatten die Bungalows angeblich wieder Strom. Doch was uns nicht umbringt, macht uns stärker, und so genossen wir zum letzen Mal das vorzügliche Essen und stiegen dann bei Sonnenschein in den Car Richtung Schweiz – adios España!
Herzlichen Dank an Rolf und Beat für die Organisation und Betreuung. Und Petrus danke ich für die Sonnenstrahlen zum Abschied... ;)
3. Rang an der Sportlerwahl
Bereits zum 15. Mal fand am letzten Mittwoch, dem 27. Januar, die Wahl zum Rheintaler Sportler bzw. Sportlerin statt. Dieses Jahr war es jedoch zum ersten Mal eine öffentliche Veranstaltung und so reiste ich zusammen mit meiner Familie und einigen Teamkollegen nach Widnau, um einen besonderen Abend zu verbringen. Das Resultat der Wahl, das nur durch die Zeitungsleser des "Rheintalers" bestimmt wurde, kannte noch niemand. Bei einer rekordverdächtigen Stimmbeteiligung von 6000 Personen waren alle gespannt auf den Wahlausgang. Um es noch ein wenig interessanter zu machen, zeigte zuerst die Rhythmische Gymnastik Diepoldsau ihr Können mit einem gelungenen Auftritt. Dann endlich kam der Höhepunkt des Abends und alle Nominierten wurden aufgerufen. Die Moderatorin lüftete schliesslich das Geheimnis - und ich gewann den dritten Preis. =) Mit diesem "Resultat" bin ich zufrieden und es zeigt mir doch, dass eine gewisse Unterstützung in der Region da ist, auch wenn noch nicht so eine grosse wie bei Thomas Litscher, der die Wahl gewann... Herzliche Gratulation!
Anschliessend an die Wahl gab es für alle Würstchen und Getränke und wir liessen den Abend gemütlich ausklingen. Ein riesiges Dankeschön geht an alle, die für mich abgestimmt haben und mir die Daumen drückten!

Nationalmannschafts-Zusammenzug in Oberentfelden
Dieses Wochenende (16. / 17. Januar) reiste ich am Samstag schon frühmorgens ab nach Oberentfelden im Aargau, denn dort trafen sich sowohl die Damen- als auch die Herren-Nationalmannschaft. Gleich zu Beginn hörten wir uns einen Vortrag übers Sponsoring und die Sponsorensuche an. Die lehrreichen Inputs schwirrten uns immer noch im Kopf herum, als wir das leckere Mittagessen hinunterschlangen. Am Nachmittag ging's dann richtig zur Sache und wir erprobten unsere technischen Fähigkeiten auf dem Mountainbike im Wald und im Schnee. Sobald es einen "lustigen" Sturz zu beobachten gab, war der Kameramann vor Ort und hielt alles fest, so dass wir am Abend bei der Videoanalyse noch was zu Lachen hatten...
Am Sonntagmorgen stand ein Kraft- und Beweglichkeitstraining in der Turnhalle mit einem Physiotherapeuten auf dem Programm. Wir "durften" die Freihantel kennenlernen und einige schweisstreibende Übungen absolvieren. Anscheinend war ihm das aber noch nicht genug und so baute er kurzerhand noch eine Art Hürdenlauf ein... Ich jedenfalls war froh, als es halb zwölf schlug und wir uns dem Angenehmeren widmen durften: Mittagessen mit Dessert! =) Die Entspannung war jedoch von kurzer Dauer und wir sattelten bald darauf unsere Bikes für eine Tour in der Umgebung. Damit uns die Füsse nicht total abfroren, kehrten wir nach einer eher kurzen, aber intensiven Runde zurück und duschten ein letztes Mal in dem edlen Hotel. Danach hiess es auch schon wieder Abschied nehmen und ich sprintete auf meinen Zug, der es ganz schön eilig hatte...
Nomination zur "Rheintaler Sportlerin des Jahres 2009"
Wie schon im Jahr 2007 & 2008 werde ich auch dieses Jahr wieder dabei sein bei der Wahl zur Rheintaler Sportlerin. Organisiert wird diese Ehrung von der Tageszeitung "Der Rheintaler" und es stehen vor allem junge Sportlerinnen und Sportler im Mittelpunkt. Abstimmen kann man ab sofort bis zum 16. Januar auf www.myrheintal.ch unter der Rubrik "Sportlerwahl". Jede Stimme zählt - also nichts wie los! Es wäre super, wenn ihr auch eure Verwandten und Bekannten zu einer Abstimmung motivieren könnt! Verliehen wird dieser Titel am 27. Januar in Widnau; dieses Jahr ist die Veranstaltung zum ersten Mal öffentlich. In der Kategorie "Sportler des Jahres" ist übrigens mit Thomas Litscher ein weiterer Mountainbiker nominiert - auch er freut sich über Stimmen...




